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Auswahl von Kernflächen für den landesweiten Biotopverbund

Der Bund-Länder-Arbeitskreis »Länderübergreifender Biotopverbund« legte im Jahr 2004 »Empfehlungen zur Umsetzung des Biotopverbundes« (BURKARDT et al. 2004) vor. Seit 2008 bis 2014 wurden auf dieser Fachgrundlage im LfULG verschiedene Vorhaben mit dem Ziel durchgeführt, die Kernflächen des Biotopverbundes von landesweiter Bedeutung zu konkretisieren. Dabei wurden zum einen Biotopkomplexe mit besonderer Bedeutung für den Biotopverbund und zum anderen Habitatflächen für Zielarten des Biotopverbunds als Kernflächen identifiziert.

Als Kernflächen für den Biotopverbund (Teil Biotopkomplexe) wurden in mehreren Teilschritten von 2008 bis 2012 FFH-Gebiete oder Teile von FFH-Gebieten sowie großflächige Waldkomplexe ausgewählt, in denen der Flächenanteil naturschutzfachlich bedeutsamer Biotope bzw. FFH-Lebensraumtypen mindestens ca. 50 % beträgt und die gleichzeitig Anforderungen an die Flächengröße, die Ausprägung, die Vollständigkeit von Biotopkomplexen unter Berücksichtigung der natürlichen Standortvielfalt sowie an die Unzerschnittenheit erfüllen.

Kernflächen Biotopkomplexe

Kernflächen Biotopkomplexe

Daneben wurden im Rahmen von vier Projekten bedeutsame Habitatflächen für die Zielarten (→Landeszielarten) des Biotopverbundes

  • Vögel (2012- 2014)
  • Fische, Amphibien, Reptilien und Säugetiere (2012-2013)
  • Wirbellose (2012-2013)
  • Pflanzen (2012-2013)

auf der Grundlage von Informationen über Vorkommensschwerpunkte gutachterlich als Kernflächen abgegrenzt. Im Ergebnis liegen nun für alle Zielarten des Biotopverbundes sowohl in der Planung als auch in der Förderung anwendbare Habitatflächenkulissen vor.

Beispielkarte Habitatflächen Kiebitz

Beispielkarte Habitatflächen Kiebitz

Die großen raumbeanspruchenden Zielarten wie Wolf, Fischotter und Biber werden im Rahmen des zurzeit im SMUL laufenden Wiedervernetzungsprojektes betrachtet. Die Habitatflächen für diese Arten werden bei der Weiterentwicklung der Karte „Lebensraumverbundsystem für großräumig lebende Wildtiere mit natürlichem Wanderungsverhalten berücksichtigt. Ebenfalls sind die Habitatflächen für die Zielart Eremit mit vielfach punktuellem Charakter (Einzelbäume, Baumgruppen u.ä.) gesondert dargestellt.

Die Kernflächen der Biotopkomplexe und die Habitatflächen der Landeszielarten wurden zusammen gefasst (Verschneidung) und hieraus nach beschriebener Methode (s. »Weiterführende Informationen«) »Kernflächen eines großräumig übergreifenden Biotopverbundes« vorgeschlagen.

Mit dem Fachvorschlag liegt eine Auswahl räumlich näher bestimmter Handlungsbereiche für Maßnahmen zur Erreichung der Ziele des Biotopverbundes auf Landesebene vor. Möglichkeiten zur räumlichen Priorisierung und Steuerung von entsprechenden Umsetzungsmaßnahmen, insbesondere im Rahmen der Naturschutzförderung werden verbessert. Zusammen mit den vorliegenden Artensteckbriefen (s. »Landeszielartenliste mit Verlinkung zu vorhandenen Artensteckbriefen«) ist auch eine gute Grundlage für die funktionale Sicherung des Biotopverbundes durch die Initiierung regionaler Biotopverbundprojekte gegeben.

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